Wipshausen

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Aus der Siedlungsgeschichte der Gemarkungen Wipshausen -/- Horst

 

 

Ein Beitrag von Herrn Fritz Rehbein Beauftragter für die archäoligische Denkmalpflege.

Zusammenstellung der in der Gemarkung gefundenen Siedlungsreste der mittleren Steinzeit (8000 - 4000 v. Chr.) bis zum Hochmittelalter (1000 - 1200 n. Chr.)

Die Gemarkungen liegen im flachwelligen Nordteil des Landkreises Peine. Ihre Böden entstanden durch sandig - kieselige Gletscherablagerungen während des Eiszeitalters im Laufe mehrerer Jahrtausende.

In den eiszeitlichen Tundren (Waldgrenzen - Steppen) lebten das Mammut,

Mammuts

das wollhaarige Nashorn und das Rentier, um nur die wichtigsten zu nennen, die für die eiszeitlichen Jäger von

Wollnashorn

lebenswichtiger Bedeutung waren. Zahlreiche Knochenreste dieser Tiere sind in den vielen Kiesgruben rund um Wipshausen - Horst gefunden worden.

Mittlere Steinzeit (Mesolithikum - Mittelsteinzeit) 8000 - 4000 v. Chr.

In der Nähe des Km-Steines 3,4 zwischen Horst und dem Bahnhof lag die Wüstung Lüddinghausen, belegt durch Funde zahlreicher Tongefäßreste und auch solcher für die Verhüttung von Raseneisenstein, der in den Ersewiesen ansteht. Hier fand der Lehrer Schaper auch die im Hörster und Wipshäuser Raum bekannten ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung, über die folgender Vermerk des Dr. R. Dehnke vorliegt :

>>Nach den mesolithischen Steinwerkzeugen gemäß Angaben des Lehrers Schaper in der Flurnamensammlung müssen auf dem der Erse zugekehrten Teil des Flurstücks Mittelsteinzeitleute vorübergehend ein Lager aufgeschlagen haben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Einstufung des Lehrers Schaper richtig war.<<

Aus der anschließenden jüngeren Steinzeit (4000 - 1700 v.Chr.) sind an dieser Stelle keine Funde gemacht worden. Hier kann aber eine Forschungslücke vorliegen.

Drei Viertel der von mir auf der Lüddinghäuser Wüstung gemachten Funde weisen in die Vor- und Frühgeschichte, nach Dr. Dehnke aus dem östlichen Teil derSiedlung in die frühe Eisenzeit vor Chr., einige davon in die sächsische Zeit (Völkerwanderungerungszeit - spätsächische Zeit - 350 - 550 n. Chr.) - Merowingische Zeit (550 - 700 n. Chr.). Das restliche Viertel ist mittelalterlich. Hierzu gehören auch die wuchtigen Kugeltöpfe. Einige Scherben sind bronzezeitlich. Die Frage, ob von der Bronzezeit (1700 - 700 v. Chr.) bis in das Mittelalter hinein eine Dauerbesiedlung vorgelegen hat und in welchem Jahrhundert sie ihr Ende fand, konnte bisher einwandfrei nicht beantwortet werden. Im Mittelalter dürfte es sich schätzungsweise um ein oder zwei Gehöfte gehandelt haben.

Karolingisch-ottonischer Kugeltopf von der Wüstung Lüddinghausen   9.-12.Jhn. n. Chr. im Gebiete der "Grashöfe"

Zahlreicher sind die Funde von Flint- und Felssteingeräten in der übrigen Horster Gemarkung, die der Jüngeren Steinzeit (4000 - 1700 v.Chr.) angehören.

Der damalige Gemeindedirektor Breuer fand 1930 auf seinem Spargelfeld an der Landstrasse Edemissen-Hillerse einen Flintdolch, eine feingearbeitete Pfeilspitze und eine Flintklinge. Aus der Sammlung des Lehrers Schaper stammten mehrere Feuersteinbeile, die von den Landwirten auf ihren Spargelfeldern entdeckt wurden.

Eine ganz erhaltene Feuerstein-Dolchklinge fand Stolte auf der Wüstung Jähnsen südlich von Wipshausen. Bis auf diesen letztgenannten Fund handelt es sich um sog. Streufunde, bei denen sich die zugehörigen Siedlungen nicht feststellen lassen.

Bronzezeit (1700 - 700 v.Chr.)

In den Jahren 1914/15 erbaute der aus Braunschweig stammende Otto Lorenz an der B 214 am Nordrande des Fuhrenkamps 100 m nördlich des Heidkruges Welge, Gemarkung Horst, ein Wohnhaus. Bei der Urbarmachung dieser Fläche wurde im Jahre 1919 ein Hügelgräberfeld der Bronzezeit eingeebnet. Hierbei sind nach Schaper etwa 20 Hügel zerstört worden.

Die meisten der in den Hügeln befindlichen ca. 30 Urnen mit ihren Deckschalen fielen auseinander und zeigten den darin enthaltenen Leichenbrand. Nur eine der erhaltenen Urnen und zwei kleine tassenartige Beigefäße wurden vom Lehrer Schaper fotografiert. Sie wurden mit mehreren anderen Gefäßen von O. Lorenz an seinen Nachbarn, den interessierten Jahnke abgegeben, gingen aber später (1945) dort verloren.

Die verloren gegangenen Gefäße sind 1985 wiedergefunden worden. Sie befinden sich jetzt im Archiv für Heimatgeschichte Edemissen.

Vorrömische Eisenzeit ( 700 v.Chr. - Chr. Geb )

Horster Gemarkung :

Nach Dr. R. Dehnke wurden an vier Stellen Urnen oder nur Urnenscherben gefunden, deren Verbleib leider unbekannt ist :

Heidkamp                             4 beschädigte Urnen 1931

Am Sohlshoops Wege       Urnenscherben 1930

Im Balkenkamp                    eine Urne mit Deckschale 1900 vom Finder      zerstört.

Auch hierzu blieben die Siedlungsstellen unbekannt.

 Wipshäuser Gemarkung :

In diesem Gebiet ist bisher nur ein kleiner Urnenfriedhof aus der vorchristlichen Eisenzeit bekannt. Er liegt in der Nähe der sog. Judenburg, eines Einzelgehöftes nördlich des Wenser Bahnhofs. Dort hatte Landwirt Grote aus Wensen bei der Anlage von Spargelfeldern viele verzierte Tongefäßscherben, vermischt mit Leichenbrand, entdeckt und sofort gemeldet.

Die Untersuchung ergab folgendes : die Keramik gehört zur sog. Nienburger Gruppe nach den dort gefundenen Vergleichsurnen. Es war möglich, ein Gefäß nahezu zusammenzusetzen und eine Zeichnung des Gesamtgefäßes zu fertigen.

 

 

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